Ein Wochenende in Prag

Dobrý den Ihr Lieben,

heute mal ein hallo auf tschechisch. In den letzten Tagen war es hier etwas ruhiger, wie Ihr vermutlich mitbekommen habt. Wir waren nämlich über das Wochenende in Prag und es war soooo schön 🙂

Aussicht Über „Ab in den Urlaub Deals“ haben wir, wie der Name schon sagt, einen super Deal abgestaubt. Ein netter Ansporn für eine Städtereise und vor allem, da Prag ja eigentlich so in der Nähe ist. Wir sind zwar zirka vier Stunden gefahren, aber was ist das schon, wenn man dafür ein paar Tage in einem anderen Land verbringen kann? Wir sind am Donnerstag aufgebrochen und haben Station in Dresden bei einem lieben Freund gemacht. Somit konnten wir am Freitagmorgen um sieben einen Bus nach Prag nehmen und hatten noch den ganzen Freitag Zeit, die Stadt zu erkunden.

AussichtBevor es losging, habe ich mich natürlich gut informiert. In mein kleines Reisebüchlein habe ich viele interessante Ziele und Anregungen geschrieben. Davon haben wir auch fast alle besucht. In den kleinen Stadtplan habe ich die wichtigsten Orte, die wir besuchen wollten im Vorfeld markiert.

Mein Stadtplan mit AnmerkungenNach unserer Ankunft am Busbahnhof in Nádraží Holešovice haben wir uns ein Ticket für die Bahn gekauft um in die Stadt, zu unserem Hotel, zu kommen. Neben Tages- und Wochenkarten gibt es auch Tickets für 30 oder 90 Minuten. Die sind ziemlich praktisch und wie eigentlich alles in Prag unglaublich günstig. Für 30 Minuten zahlt man 24 CZK, was je nach Kurs zirka 1€ ist. Das Ticket für 90 Minuten kostet 31 CZK. Das haben wir aber nie gebraucht. Der Plan für die Metro ist auch ganz einfach zu verstehen und hat uns keinerlei Probleme bereitet. Wie Ihr seht gibt es drei Linien in rot, gelb und grün.

Public Transport PlanIn Anděl angekommen sind wir in Richtung unseres Hotels gelaufen. Wir waren im Red and Blue Design Hotel untergebracht, was wirklich spitze ist. Auf dem Foto unter diesem Absatz könnt Ihr den Ausblick aus unserem Hotelzimmer sehen. Bei der Planung war mir gar nicht bewusst, dass wir wirklich so zentral in der Innenstadt wohnen. Wir konnten in ungefähr zehn Minuten an der Karlsbrücke sein und der Weg dahin ist ein kulinarisches Abenteuer, das man sich nicht entgehen lassen sollte.

Ausblick HotelzimmerZum Früstücken sind wir dann in die Café Lounge gegangen. Ein wirklich sehr schönes Restaurant/Café mit ziemlich freundlichem und herzlichem Personal. Im Übrigen waren wirklich alle sehr freundlich während unseres Aufenthalts. In die Café Lounge sind wir auch am Sonntag vor unserer Abreise nochmal zurückgekehrt und haben dann im schönen Innenhof gesessen und es uns nochmal gut gehen lassen.

Bagel in der Café LoungeNach der Stärkung am Freitag ging es aber erstmal weiter. Wir haben uns die Stadt erlaufen und uns den Wenzelsplatz und die Karlsbrücke angeschaut. Auf dem Wenzelsplatz waren wir im Duplex, einem Restaurant und Club im obersten Stockwerk, wo wir einen Cocktail auf der Dachterasse schlürfen und die Aussicht genießen konnten.

Blick auf den WenzelsplatzBevor wir über die volle Karlsbrücke geschlendert sind, haben wir uns auf eine Bank an der Moldau gesetzt und das Treiben erstmal beobachtet.

Figur auf der KarlsbrückeBlick auf die Karlsbrücke

Abends waren wir dann in der BarBar essen. Gegessen haben wir überhaupt ständig. Aber das muss ja auch so sein im Urlaub. Auch in der Barbar wurden wir wieder sehr freundlich bedient.

Am nächsten Tag, nachdem wir uns beim Frühstück im Hotel gestärkt haben, ging es endlich auf den von mir schon so lang ersehnten Dyzajn market. Der lag wieder ganz in der Nähe. Dort haben wir dann erfahren, dass der Markt aus drei kleineren Märkten besteht, die sich über die Stadt verteilen. Zwei davon waren in Gebäuden untergebracht. Neben sehr gut duftendem Essen gab es viele selbstgemachte Dinge, die das Herz höher schlagen lassen. Sei es Genähtes, Gestricktes, Gehäkeltes, Sachen aus Papier oder Vintage-Stände. Man konnte da gar nicht nichts kaufen.

Einen Tag zuvor haben wir erfahren, dass das United Islands Festival übers Wochenende stattfindet. An mehreren Orten in der Stadt waren Bühnen und Stände aufgebaut. Es haben einige Bands gespielt, die wir uns nebenbei angesehen haben.

Nach einem Bier und einem Cider auf dem letzten Markt haben wir uns überlegt, bei der dreistündigen Alternative Tour mitzumachen. Auf dem Weg dorthin haben wir endlich mal Trdelník probiert. Ein traditionelles Zimtgebäck, dass an einem Spieß über Kohlen gebacken wird. Die Tour war jedoch ein Schuss in den Ofen. Die drei Stunden waren viel zu lang. Gestartet wurde mit zwei anderen Gästen am Pulverturm. Die erste Stunde war auch wirklich noch interessant und informativ. Prags Geschichte verbunden mit Anekdoten aus der Kunstszene. Eine nette Kombination. Leider hat Prag meiner Meinung nach keine schöne Street Art Szene, weshalb man den Rest der Führung auch hätte streichen können. Wir fuhren mit der Tram zu einer sehr ranzigen Galerie, die uns unser Stadtführer als das Highlight schlechthin verkaufte. Wir fanden ein einsturzgefährdend wirkendes Gebäude mit ein paar ausgedruckten Bildern in A4 an den Wänden. Zu guter Letzt konnte man den Stadtführer entweder mit 400 CZK bezahlen, was etwa 15€ entspricht, oder es sein lassen, wenn einem die Tour nicht gefallen hat. Auch dieses System finde ich ziemlich bescheuert. Wieso nicht wie bei der Alternative London Walking Tour und sicherlich noch vielen anderen Führungen, bei denen man so viel zahlt wie man möchte und sich leisten kann? Aber nunja, das war auch das einzige, was uns an dem schönen Wochenende nicht gefallen hat.

Trdelník

Danach haben wir uns so richtig belohnt. Schon am Freitag wollten wir ins niedliche Restaurant luka lu, haben aber leider keinen Tisch mehr bekommen. Es ist also ratsam, dort einen Tisch zu reservieren. Das haben wir getan und dann am Samstag dort essen können.

Lukalu von AußenLukalu

Die, die mich kennen, verstehen sofort, wieso es mir da so unglaublich gut gefallen hat. Wie Ihr auf den Fotos sehen könnt, ist das Restaurant einfach unglaublich toll eingerichtet. Tausende Farben und Muster treffen aufeinander. Genau so, wie ich es mag. Da habe ich mich sehr wohl gefühlt und hätte noch Stunden länger bleiben können. Aber dann mussten wir ja in die nächste Bar um Deutschland anzufeuern 😉 .

Lukalu

Am Sonntag war der Abreisetag. Da der Bus aber erst um 18 Uhr gefahren ist, hatten wir noch einen schönen Tag, den wir im Park Petřín verbrachten. Unser Hotel lag direkt neben einem seiner Eingänge. Nach einem kleinen Spaziergang sind wir mit der Standseilbahn nach ganz oben gefahren. Das Ticket dafür war das gleiche, wie die für die Metro und Tram. Wirklich praktisch und günstig.

Rosengarten im PetrínAussicht Petrín

Oben angekommen kamen wir zum Štefánik-Observatorium, einer niedlichen Sternwarte. Die Meteoritenausstellung im Erdgeschoss ist kostenlos. Für den weiteren Teil muss man eine Gebühr für den Eintritt zahlen, jedoch ist diese wieder kaum der Rede wert, da man pro Person noch nicht mal ganz einen Euro zahlt. Oben angekommen kann man die großen Teleskope anschauen und wissenswertes über das Weltall erfahren. Das hat mir wirklich gut gefallen.

Park Petrín

Zum Schluss unseres Kurztripps sind wir durch die Kleinseite Prags geschlendert, wo wir in einer süßen Crêperie nochmal Trdelník gegessen und eine Limo im Innenhof genossen haben.

Limo in der CrêperieAussicht auf Petrín

Und wie oben schon erwähnt, waren wir vor der Heimreise auch nochmal in der Café Lounge. Es waren wirklich schöne Tage, an denen wir viel erlebt haben.

Essen in der Café LoungeSchokikuchen in der Café Lounge

Als Club könnte ich noch das Roxy empfehlen. Wir waren zwar selbst nur kurz am Tag während der Alternative Tour drinnen, jedoch hat es einen guten Eindruck gemacht. Ansonsten ist es auch einfach schön sich ein paar Minuten an die Moldau zu setzen, zu beobachten und die Seele baumeln zu lassen.

TramBei unserem nächsten Besuch wollen wir nochmal über die Moldau fahren. Entweder im Rahmen einer Schiffstour oder mit einem der vielen Tretboote. Das haben wir nämlich leider nicht mehr geschafft. Wir waren auch nicht mehr im Bioladen Zahrada für Lunch und Kaffee. Dabei habe ich darüber so viel Gutes im Internet gelesen. Zur Zeit ist auch die Ausstellung von Tim Burton in Prag. Ich habe diese 2010 im Moma in New York gesehen und hätte sie gerne nochmal in Prag besucht. Da das Wetter aber so gut war, haben wir das nicht mehr gemacht.

Blick über die Moldau und auf das schiefe HausIch hoffe, dass ich Euch mit dem langen Beitrag nicht erschlagen habe und Euch ein paar nützliche Tipps geben konnte, falls Ihr auch mal ein paar Tage in Prag verbringen mögt.

Origamivogelschönes Straßenschild

Ich wünsche Euch noch einen schönen Tag, tschüss oder auch nashledanou,

Eure Lilli

4 Antworten auf “Ein Wochenende in Prag

  1. Bine

    Hallo Lilli,

    was für ein fantastischer Bericht! Da ich selbst mit einer Freundin in wenigen Tagen nach Prag möchte, hat dein Blog darüber die Vorfreude in nicht auszuhaltende Ungeduld gesteigert. Das Luka Lu sieht traumhaft aus und ich hoffe wir schaffen es, das Restaurant aufzusuchen. Auch der Dyzajn Markt scheint für meinen Geschmack ein „Muss“ zu sein :).

    Lieben Dank für die vielen schönen Tipps,

    Gruß
    Bine

    1. Lilli Autor

      Hallo Bine,

      es freut mich sehr, dass ich ein paar Tipps geben konnte 🙂 Der Dyzajn Market war leider nur letztes Wochenende. Aber auf dieser Seite http://www.praguewelcome.cz/de/kultur/was-ist-los/markte-und-flohmarkte/ sind jede Menge Termine für andere Märkte. Am nächsten Wochenede ist zum Beispiel wieder ein Design Market, der Kukátko Market. Der wird bestimmt genauso sein. Ich wünsche Euch ganz viel Spaß und vielleicht hast Du nach Eurem Aufenthalt ja auch noch den ein oder anderen Tipp, den Du hier in den Kommentaren preisgeben magst 🙂

      Viele liebe Grüße,
      Lilli

  2. Rainer Koch

    Hallo Lilli,
    habe selten einen so anregenden Reisebericht gelesen. Macht wirklich Appetit. Vielen Dank!
    Gruß
    Rainer aus Einbeck

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